Aktuelle Fussball News

Trotzige Euphorie im Freudenhaus

Donnerstag, 19. August 2010 von admin

Hamburg – Fürth, 2. Mai 2010, 19:19 Uhr: Nur Sekunden nach dem Abpfiff von Schiedsrichter Guido Winkmann gab es für die rund 9.000 mitgereisten Fans des FC St. Pauli kein Halten mehr. Nach dem 4:1 ihrer braun-weißen Helden über die SpVgg Greuther Fürth wurde der Rasen des Playmobil-Stadions zur Festwiese. Der Aufstieg war den Hamburgern nach dem 33. Spieltag nur noch sehr theoretisch zu nehmen.

Und auch rund ums Hamburger Millerntor-Stadion brachen alle Dämme. Die berühmte Reeperbahn und angrenzende Straßen waren dicht, auf der Fanmeile feierten rund 20.000 Anhänger die Kiez-Kicker. Anwohner fühlten sich ins Jahr 1990 zurückversetzt, als im Amüsierviertel der Hansestadt der WM-Titel der deutschen Nationalmannschaft gefeiert wurde.

Kiez wurde zum Tollhaus

Eine Woche später versank die Reeperbahn erneut in einem braun-weißen Fahnenmeer, der Kiez verwandelte sich zum Tollhaus. Das bedeutungslose 1:2 gegen den SC Paderborn zum Abschluss der Saison war egal.

Nach neun Jahren war der FC St. Pauli nun auch offiziell zurück in der Bundesliga – und das zum 100. Geburtstag des Traditionsvereins. Beobachter waren sich mit Hannover-Coach Mirko Slomka einig, der in einem Gespräch mit bundesliga.de den Hamburgern erfrischenden Angriffsfußball bescheinigte und dem Aufsteiger zutraut, die Überraschungsmannschaft der Saison zu werden.

Einiges mitgemacht

“Das ist die spielerisch stärkste St.-Pauli-Elf, die ich je gesehen habe”, so Matthias J. Und der muss es wissen: “Ich habe seit 1980 kein Heimspiel verpasst. Was hab’ ich mit diesem Verein nicht schon alles mitgemacht? Abstieg, Aufstieg, Abstieg, Zwangsabstieg in die 3. Liga, Angst vor Lizenzentzug…”

“Hast recht”, stimmt ihm sein Kumpel Kai G. zu. “Natürlich wäre es einfacher, Bayern-Fan oder so zu sein, damit man auch mal einen Titel feiern kann. Aber ich komm’ von der ‘Droge Pauli’ einfach nicht los.”

“Stani wird’s schon richten”

Und so geht es allen Kiebitzen beim Training in der Kollaustraße. Die Erwartungen der Fans sind hoch, einen direkten Wiederabstieg wie nach dem Aufstieg 2001 wird es nicht wieder geben, sind sich die Trainingsbeobachter sicher.

“Stani wird’s schon richten”, genießt Trainer Holger Stanislawski das Vertrauen der Fans. Der 40-Jährige ist seit 17 Jahren ein Paulianer und schaffte nach zwei Aufstiegen als Spieler nun als Trainer zum dritten Mal den Sprung ins Oberhaus.

Auswärts-Start ein gutes Omen

Die Euphorie wurde von der WM nur überdeckt – zum Erlöschen kam sie nie in diesem heißen Hamburger Sommer. Jeder fieberte dem Saisonstart entgegen. Gegen den Dauerkartenverkauf verkamen die berühmten “warmen Semmeln” zu Ladenhütern. Endlich wieder Bundesliga – und noch wichtiger: endlich wieder Derby. Bereits am vierten Spieltag muss der große, ungeliebte Nachbar HSV ans Millerntor.

Der Spielplan will es, dass der FC St. Pauli am 21. August beim SC Freiburg in die Saison startet. “Super”, freut sich Andreas K., der jedes Ergebnis seiner Lieblinge der letzten 25 Jahre herunterbeten kann. “Wir haben bisher jeden Liga-Auftakt auswärts gewonnen. Ein gutes Omen”, so der “Statistik-Freak”. Gibt aber zu, dass das bisher auch erst einmal der Fall war: 1990/91 starteten die “Kiez-Kicker” mit einem 2:1 bei Hertha BSC in die Saison.

Trulsen träumt von Platz 8

Nach dem 1:1 gegen Bayer Leverkusen und einem überzeugenden 3:0 über den spanischen Erstligisten Real Racing Santander in der Vorbereitung sprang der Optimimus auch auf die die Offiziellen über. “Platz 8″ traute Stanislawskis Co-Trainer Andre Trulsen, anders als sein Chef von den Fans in die Jahrhundert-Elf des Clubs gewählt, in einer Geburtags-Show des lokalen TV-Senders Hamburg 1 zu. Das wäre ein Platz besser als die bisher beste Platzierung in der Bundesliga-Geschichte des Vereins.

Zu einem öffentlichen Training im Millerntorstadion, dem “Freudenhaus der Liga” an einem Sonntagmorgen kamen 2.500 Besucher. Spieler, Trainer und Betreuer schrieben sich die Finger wund. Fast vier Stunden lang zog die Fan-Karawane an der Tischreihe vorbei, um die begehrten Autogramme zu ergattern.

Chemnitz als Spaßbremse

Und dann der 14. August, 16:18 Uhr, Chemnitz: Eine Woche vorm Saison-Auftakt trat Gastgeber FC Chemnitz auf die Euphoriebremse. Der Viertligist warf den Bundesliga-Aufsteiger mit einem 1:0 aus dem DFB-Pokal.

Für Stanislawski ein Grund, “einen Schlussstrich” zu ziehen. “Wir waren auf der Spitze des Olymps, hatten Spaß und haben viel gefeiert – den Aufstieg, den 100. Vereins-Geburtstag, die neue Haupttribüne. Zu Recht, und das war ja auch schön. Doch jetzt ist Schluss mit Feiern – jetzt ist Alltag”, so der Coach in der Hamburger “Morgenpost”.

Jürgen Blöhs

Vivia Espana! Spanien ist Weltmeister!

Sonntag, 11. Juli 2010 von admin

Goldener Pokal für die “Rote Furie”: Die Nationalmannschaft von Spanien hat ein Stück Fußball-Geschichte geschrieben. Der Europameister krönte sich durch ein 1:0 (0:0, 0:0) nach Verlängerung im Endspiel der WM in Südafrika gegen die Niederlande erstmals zum globalen Titelträger.

Zugleich gewannen die Iberer als erste Mannschaft aus Europa außerhalb des “Alten Kontinents”. Für “Oranje” dagegen bleiben WM-Endspiele ein Albtraum: Schon zum dritten Mal nach 1974 und 1978 ging die “Elftal” als Verlierer vom Platz.

Iniesta der Matchwinner

Andres Iniesta wurde in der 116. Minute vor den Augen der jubelnden Königin Sofia und des Kronprinzenpaares Felipe und Letizia zum neuen Helden des spanischen Königreichs.

“Es war ein sehr, sehr schweres Spiel und hart umkämpft. Aber wir haben phantastische Spieler. In der zweiten Halbzeit waren wir besser, da hätten wir das eine oder andere Tor schießen können. Für mich ist das ein sehr glücklicher Tag. Wir haben 50 Tage sehr hart gearbeitet, es gab nicht Negatives. Ich bin sehr stolz”, sagte Nationaltrainer Vicente del Bosque.

Gelb-Rot für Heitinga

Zuvor allerdings hatten die 84.490 Zuschauer im Stadion “Soccer City” von Johannesburg ein Spiel mit wenigen Torchancen, aber vielen Fouls gesehen.

Noch nie wurden in einem WM-Finale so viele Gelbe Karten verteilt wie diesmal vom guten Schiedsrichter Howard Webb. Johnny Heitinga (Niederlande) sah in der 109. Minute sogar Gelb-Rot wegen wiederholten Foulspiels.

Ehe Iniesta traf, hatte die größten Chancen des gesamten Spiels zunächst Arjen Robben besessen. Der Angreifer vom FC Bayern München scheiterte aber zwei Mal freistehend nach einem Sololauf an Torhüter Iker Casillas (62./83.).

Spanien legt gut los

Cesc Fabregas schoss in einer ähnlichen Szene Torhüter Maarten Stekelenburg an (99.). Erst als dritte Mannschaft nach Deutschland und Frankreich ist Spanien nun gleichzeitig Welt- und Europameister

Nach gutem Beginn bekamen die Spanier, die im Halbfinale Deutschland mit 1:0 besiegt hatten, zunehmend Probleme mit der rauen Gangart der Niederländer. Beide Mannschaften neutralisierten sich über weite Strecken des Spiels, auch die bisherigen WM-Stars Wesley Sneijder und David Villa traten selten in Erscheinung – und krönten damit ungewollt Thomas Müller zum WM-Torschützenkönig.

Der erste Höhepunkt des Endspielabends war der Kurzbesuch von Nelson Mandela am Ende der Schlussfeier, der erste große sportliche Aufreger kam nach fünf Minuten. Nach kurzfristigem Abtasten beider Mannschaften besaßen die Iberer nach einem Freistoß von Xavi bei einem Kopfball von Sergio Ramos eine hochkarätige Gelegenheit zur schnellen Führung, Keeper Stekelenburg reagierte allerdings prächtig.

“Seleccion” vergibt Großchancen

Beide Mannschaften traten in Bestbesetzung an, “Oranje” aber fand zunächst nur mühsam ins Spiel. Der Europameister dagegen kam sofort auf Touren. Xavi war im Mittelfeld Dreh- und Angelpunkt.

Und früh besaßen die Spanier eine weitere Möglichkeit zur Führung. Zunächst klärte Heitinga mit großem Risiko eine Hereingabe von Sergio Ramos knapp über das eigene Tor, nach dem folgenden Eckball traf David Villa das Außennetz (11.).

Nach dem ersten Angriffswirbel geriet der Europameister auch durch das harte Einsteigen der Holländer außer Tritt. Beide Mannschaften kämpften um ihren ersten WM-Titel und die Aussicht, als achter Weltmeister in die Geschichte einzugehen – für die Iberer war es aber das erste Finale. Bei zuvor 12 WM-Teilnahmen waren sie über Rang 4 im Jahre 1950 nicht hinausgekommen.

Gelb-Festival in “Soccer City”

Nach dem schwungvollen Beginn der Spanier wurde die Begegnung von Minute zu Minute ruppiger, vor allem die Niederländer langten ordentlich hin. Schiedsrichter Webb rückte in den Mittelpunkt. Sergio Ramos, Carles Puyol, Mark van Bommel und Robin van Persie sahen schon in der ersten halben Stunde Gelb, gleiches galt für Nigel de Jong, der für seine “Kung-Fu-Aktion” gegen die Brust von Xabi Alonso aber auch gut und gerne die Rote Karte hätte sehen können (30.).

Erst in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit wurde es nochmal gefährlich – Robben schoss aus 16 Metern, Casillas wehrte zur Ecke ab, ein Spielchen, das sich in der 52. Minute wiederholte.

Robben ohne Fortune

Und auch ansonsten blieb alles wie gehabt: Das Passspiel der Spanier klappte nicht wie gewohnt, weil die Niederländer hart und konsequent auf den ballführenden Mann gingen, die Spanier standen ihrerseits sicher im Defensivverbund – “Oranje” fand dort kaum Lücken.

Aufgrund der vielen Fouls ergaben sich die Chancen auf beiden Seiten zumeist aus Standardsituationen, die jedoch ebenfalls nur für wenig Gefahr vor den jeweiligen Toren sorgten – Ausnahme war die Szene in der 62. Minute, als Robben alleine auf Casillas zulief, aber an dessen rechtem Fuß scheiterte. In der 83. Minute pflückte ihm der spanische Torhüter in einer ähnlichen Situation den Ball vom Fuß.

Schema:

Niederlande: Stekelenburg – van der Wiel, Heitinga, Mathijsen, van Bronckhorst (105. Braafheid) – van Bommel, de Jong (99. van der Vaart) – Robben, Sneijder, Kuyt (71. Elia) – van Persie. – Trainer: van Marwijk

Spanien: Casillas – Ramos, Pique, Puyol, Capdevila – Busquets, Xabi Alonso (87. Fabregas) – Pedro (60. Jesus Navas), Xavi, Iniesta – Villa (116. Torres). – Trainer Del Bosque

Schiedsrichter: Howard Webb (England)

Tor: 0:1 Iniesta (116.)

Zuschauer in Johannesburg/Soccer City: 84.490 (ausverkauft)

Gelb-Rote Karte: Heitinga wegen wiederholten Foulspiels (109.)

Gelbe Karten: van Persie, van Bommel, de Jong, van Bronckhorst, Robben, van der Wiel, Mathijsen – Puyol, Ramos, Capdevila, Iniesta, Xavi

Krontiris kommt – Embers bleibt

Samstag, 22. Mai 2010 von admin

Nach Mario Klinger (1. FC Kaiserslautern) und Moses Lamidi (Borussia Mönchengladbach) hat der SC Rot-Weiß Oberhausen mit Emmanuel Krontiris den dritten Zugang für die neue Zweitliga-Saison 2010/2011 verpflichtet.

Der 27-jährige Angreifer wechselt vom Zweitliga-Absteiger TuS Koblenz an die Landwehr.

Verteidiger verlängert um ein Jahr

“Wir hatten eine konkrete Vorstellung eines Stürmertyps und freuen uns sehr, dass wir mit Emmanuel Krontiris den passenden Spieler dazu gefunden und ihn von einem Wechsel zu RWO überzeugen konnten”, so Sport-Vorstand Thomas Dietz.

Außerdem haben sich der SC Rot-Weiß Oberhausen und Daniel Embers auf eine Vertragsverlängerung geeinigt.

Der 29-jährige Verteidiger, der 2007 vom Wuppertaler SV Borussia zu RWO gewechselt war, erhält einen Ein-Jahres-Vertrag mit Option.

Forlan setzt Atletico die Krone auf

Samstag, 22. Mai 2010 von admin

Diego Forlan hat Atletico Madrid zum ersten Europapokalsieg seit 48 Jahren geschossen. Der Stürmerstar aus Uruguay erzielte bei der Premiere der Europa League beide Treffer zum 2:1 (1:1, 1:1)-Sieg nach Verlängerung im Endspiel in Hamburg gegen den FC Fulham.

Er sorgte damit quasi im Alleingang für die zweite internationale Trophäe des neunmaligen spanischen Meisters nach dem Pokalsieger-Cup 1962. Dagegen müssen die “Cottagers” aus London, die unter anderem im Halbfinale den Hamburger SV und im Viertelfinale den VfL Wolfsburg ausgeschaltet hatten, weiter auf ihren ersten internationalen Titel warten.

Zwei Tore von Forlan

Forlan sorgte mit seinem Tor in der 116. Minute kurz für die Entscheidung und wendete damit ein Elfmeterschießen noch ab. In der regulären Spielzeit hatte Forlan die Iberer mit seinem fünften Europa-League-Treffer bereits in Führung gebracht (32.). Für den 1:1-Ausgleich hatte Simon Davies gesorgt (37.).

Die erste Schrecksekunde im Spiel hatten die Anhänger des Premier-League-Klubs, darunter auch Edelfan Hugh Grant, zu überstehen. In der 12. Minute tauchte Forlan erstmals gefährlich im gegnerischen Strafraum auf und hätte beinahe das 1:0 für die Spanier erzielt.

Doch der Schuss des gebürtigen Uruguayers ging nur an den Pfosten. Vier Minuten später konnte sich Fulhams deutschstämmiger Torwart Mark Schwarzer erstmals auszeichnen, als er einen platzierten Freistoß von Jose Antonio Reyes entschärfte.

Fulham mit der schnellen Antwort

In der Folgezeit kamen auch die sehr defensiv eingestellten Engländer besser ins Spiel und sorgten durch Schüsse von Zoltan Gera (17.) und Davies (20.) für erste Szenen vor dem Tor der Madrilenen.

Die ließen sich jedoch nicht beirren und kamen nach einer halben Stunde zur verdienten Führung, als Forlan nach einem missglückten Schuss von Sergio Aguero plötzlich an den Ball kam und Schwarzer aus acht Metern keine Chance ließ.

Fulham schlug jedoch nur fünf Minuten später zurück und markierte durch einen schönen Volleyschuss von Davies das 1:1.

Duff verpasst knapp

Nach dem Seitenwechsel erkämpften sich die Londoner mehr Spielanteile und hatten auch die erste gute Tormöglichkeit. Nach einem langen Pass aus dem Mittelfeld lieferte sich Gera ein Laufduell mit Atletico-Keeper David de Gea, der knapp vor dem ungarischen Offensivspieler an den Ball kam und die Situation klärte (52.). Die nächste Chance hatte Davies mit einer Direktabnahme im Strafraum, die de Gea aber ebenfalls parierte (60.).

Während die Südeuropäer in dieser Phase immer seltener vor dem gegnerischen Gehäuse auftauchten, blieb Fulham am Drücker. Ein Schuss aus 18 Metern von Damien Duff ging allerdings knapp am Kasten vorbei.

In der Verlängerung war dann wieder Atletico am Drücker. In der 105. Minute hatte dabei Aguero die Riesenchance zum 2:1, als er aus einem Meter den Ball ans Außennetz setzte. Beste Akteure bei den Spaniern waren Forlan und Aguero. Auf Seiten der “Cottagers” waren Schwarzer und Dickson Etuhu die Besten.

Warmer Empfang für Seeler

Zur Unterstützung der beiden Finalisten waren aus Spanien und England jeweils rund 15.000 Fans in die Hansestadt gereist. Nur wenige Atletico-Anhäger waren den Flugausfällen in ihrer Heimat durch die Vulkanasche-Wolke zum Opfer gefallen.

Nach dem schmerzlichen Hamburger Halbfinal-Aus gegen Fulham durfte zumindest ein HSVer beim Endspiel im eigenen Stadion den Rasen betreten: Vereins-Idol Uwe Seeler brachte wenige Minuten vor dem Anpfiff den Europapokal auf den Platz und wurde von den spanischen, englischen und deutschen Zuschauern gleichermaßen warmherzig begrüßt.

Dem Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft war es selbst nie vergönnt, einen europäischen Cup zu gewinnen.

Jansen ist optimistisch

Samstag, 22. Mai 2010 von admin

Wieder mittendrin statt nur dabei: Wackelkandidat Marcell Jansen ist seiner WM-Nominierung wieder ein gutes Stück näher gekommen. Der Nationalspieler hat nach überstandener Syndesmose-Verletzung das Mannschaftstraining wieder aufgenommen.

Am Samstag (22. Mai) konnte der 24-Jährige im Trainingslager in Südtirol erstmals wieder alle Übungen voll mitmachen. “Es läuft optimal. Das Band ist seit einer Woche verheilt. Ich habe ein sehr gutes Gefühl”, meinte der Profi vom Hamburger SV, der zuletzt in Sizilien nur individuell arbeiten konnte, nach seinen ersten “Gehversuchen” gut gelaunt.

Für Jansen wird es aber dennoch ein Wettlauf mit der Zeit, bis Bundestrainer Joachim Löw am 1. Juni sein endgültiges 23-köpfiges Aufgebot benennen muss. Es gebe in der “Feinabstimmung noch Problemchen”, meinte Assistentcoach Hansi Flick und fügte an: “Marcell befindet sich auf einem guten Weg. Aber ich hoffe, dass es keinen Rückschlag gibt.”

Jansen hofft auf Einsatz gegen Ungarn

Dies hofft Jansen selbst inständig, ansonsten ist der Traum von seiner dritten Turnierteilnahme nach der WM 2006 und der EURO 2008 geplatzt. Derzeit würde die Narbe an seiner geflickten Syndesmose noch etwas zwicken, “aber das ist ganz normal”. Wichtig sei, “dass ich wieder Vollgas geben kann”.

Nun hofft der Hamburger, der sich Ende März im Training einen Riss der Syndesmose im linken Sprunggelenk zugezogen hatte, auch auf einen Einsatz im Länderspiel am 29. Mai in Budapest gegen Ungarn. “Jede Minute Spielpraxis ist positiv”, sagte er dazu.

Jansen trainierte am Samstag im Sportzentrum Rungg bei diversen taktischen Übungen auf der linken Seite der Viererkette. Dort sieht ihn auch Löw in seinen Planungen. Beim HSV spielte er dagegen in dieser Saison nach eigener Aussage “90 Prozent” im linken Mittelfeld.

“Die Rantastphase ist vorbei”

Dabei habe er auch immer offensiv gedacht. Jetzt müsse er eben für die defensivere Variante wieder ein Gefühl entwickeln, sagt Jansen. Ein Gespräch mit dem Bundestrainer über seine Rolle in der Nationalmannschaft bei der WM habe er noch nicht geführt.

“Positiv ist, dass ich für beide Rollen in Betracht komme. Aber mit meiner Position habe ich mich bisher weniger befasst”, meinte der Ex-Münchner und – Gladbacher dazu. Wichtig ist für ihn ohnehin erst einmal, in den nächsten Tagen gesund zu bleiben, um die Chancen auf das Ticket für Südafrika zu erhalten. Und dafür will Jansen kämpfen: “Jetzt geht es ans Eingemachte, die Rantastphase ist vorbei.”

Abwehrchef Per Mertesacker konnte am Freitag und Samstag im Sportzentrum Rungg in Girlan nur eingeschränkt trainieren. “Per ist seit zwei Tagen etwas grippig. Er ist deshalb nur locker gelaufen”, sagte Assistenztrainer Hansi Flick am Samstag. Der Bremer Innenverteidiger soll aber schon am Sonntag wieder ins Training einsteigen.

Die Bayern überspielen locker die Anspannung

Samstag, 22. Mai 2010 von admin

Noch ein Tag bis zum großen Finale. Der FC Bayern München und Inter Mailand kämpfen um die Krone Europas (Sa., ab 20:30 Uhr im Live-Ticker). Es geht im Santiago-Bernabeu-Stadion in Madrid um den Gewinn der Champions League – beide Teams haben das “Triple” vor Augen.

Doch bei Trainer Louis van Gaal und seinen Spielern Mark van Bommel und Bastian Schweinsteiger war bei der Pressekonferenz vor dem Highlight keine gesteigerte Anspannung zu spüren.

“Jeder ist gierig, das Spiel zu gewinnen”

Warum auch. “Wir bereiten uns wie immer vor. Es wäre auch falsch, jetzt etwas am Rhythmus zu ändern”, erklärte Kapitän van Bommel. Dabei wurde der Niederländer im Pressezentrum besonders gefordert. Unaufhörlich prasselten Fragen auf deutsch, englisch und spanisch auf ihn ein. Und van Bommel beantwortete alle wortgewandt in der jeweiligen Sprache des Fragenstellers.

Schweinsteiger konnte da meist nur lächelnd zuschauen. Den Blick für das Wesentliche hat aber auch er natürlich nicht verloren. “Uns ist klar, dass wir etwas Historisches leisten können, jeder bei uns ist heiß, jeder ist gierig, das Spiel zu spielen und auch zu gewinnen”, sagte er und gab dann auch noch wichtige Gründe an, warum der deutsche Rekordmeister gute Karten auf einen Sieg hat: “Uns zeichnet die Charakterstärke, Mentalität und Perfektion aus.”

Van Gaal schlagfertig und charmant

Trainer van Gaal lauschte den Worten seiner beiden zentralen Mittelfeldspieler vor seinem Auftritt mit viel Aufmerksamkeit aus der ersten Reihe. Erst schien es, als könnte ihn an diesem Tage niemand ein Lächeln entlocken.

Doch spätestens als van Bommel von möglichen “Gladiolen” sprach, die es am Samstag zu gewinnen gab, lockerten sich beim Erfolgscoach die Gesichtszüge. Mit strahlenden Augen und einem Lachen reagierte er auf die Anspielungen auf seinen Ausspruch vor dem DFB-Pokal-Halbfinale gegen Schalke – “Wir bekommen die Gladiolen oder wir sind tot”.

Van Gaal präsentierte sich dann schon fast traditionell schlagfertig und äußerst charmant. Direkte Fragen über sein Gefühlsleben blockte er einsilbig ab. Er machte aber keinen Hehl daraus, dass “es für mich eine Ehre ist, in Madrid spielen zu dürfen. Ich bin stolz, als Trainer bei diesem Finale dabei zu sein.”

“Mein Stil ist es, immer anzugreifen”

Dabei kommt auf van Gaal laut van Gaal eine besondere Bedeutung zu: “Der Trainer muss immer einen Weg finden, um das Spiel zu gewinnen und seine Spieler zu motivieren.” Besondere Überraschungen wird er aber wohl nicht aus dem Hut zaubern. Zumal er auch für das Endspiel nicht von seiner Philosophie abrücken wird.

“Mein Stil ist es, immer anzugreifen und sich in der gegnerischen Hälfte festzusetzen. Mourinho lässt fast immer defensiver spielen. Aber er hat Spieler in seiner Mannschaft, die das Finale alleine entscheiden können”, so van Gaal.

Weiter als bis zum Anpfiff wollte der Niederländer aber dann doch noch nicht vorausschauen. “Ich lebe in der Gegenwart”, erklärte er, und spielte dabei fortwährend mit einem Flaschendeckel. Eine gewisse Anspannung hat Louis van Gaal dann also doch erreicht.

Aus Madrid berichtet Michael Reis

FCK-Urgestein Kotysch sucht eine neue Herausforderung

Samstag, 22. Mai 2010 von admin

Für die Verantwortlichen bei Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern laufen die Vorbereitungen für die kommende Saison in der Bundesliga auf Hochtouren. So wurden die Kaderplanungen bereits vorangetrieben.

Marco Kurz hatte die Woche nach dem letzten Saisonspiel genutzt, um mit allen Spielern intensive Einzelgespräche zu führen, und ihnen ihre Situation und Perspektiven zu verdeutlichen. Auch Stefan Kuntz führte entsprechende Sitzungen mit den Spielern durch.

Von den ausgeliehenen Spielern kehrt Daniel Pavlovic zum FC Schaffhausen zurück. Für ihn wäre laut den FCK-Verantwortlichen der Schritt in die Bundesliga noch zu groß. Gleiches gilt für Dragan Paljic, dem nahegelegt wurde, sich anderweitig zu orientieren. Auch die Spieler Dario Damjanovic, Fabian Müller und Anel Dzaka haben sportlich keine Perspektive mehr.

Priorität liegt auf Ersatz für Sam und Jendrisek

FCK-Urgestein Sascha Kotysch hat das ihm unterbreitete Angebot abgelehnt und will neue Herausforderungen suchen, um sich weiterzuentwickeln. Ihm wünscht der gesamte Verein für seine sportliche und private Zukunft alles Gute. Luis Robles, der aktuell in den USA bei seiner Familie weilt, hat das Angebot des FCK ebenfalls nicht angenommen. Hier steht eine Entscheidung über seinen Verbleib weiterhin aus.

Den Profis Ivo Ilicevic sowie Markus Steinhöfer wurde unterdessen mitgeteilt, dass die Priorität aktuell auf einem Ersatz für die gewechselten Spieler Erik Jendrisek und Sidney Sam läge.

“Das begrenzte Budget für Transferentschädigungen lässt es erst danach zu, die Verhandlungen mit Frankfurt oder Bochum fortzuführen”, so Stefan Kuntz. Mit dem VfB Stuttgart wird im Augenblick intensiv über einen Verbleib von Georges Mandjeck beim 1. FC Kaiserslautern verhandelt.

Viele Tests und Feinschliff in Schruns

Samstag, 22. Mai 2010 von admin
Noch während bei der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika der Ball rollt, heißt es für die Profis des SC Freiburg: Anstoß zur Vorbereitung auf die kommende Saison 2010/2011.
Am Montag, den 28. Juni, wird für das SC-Team mit der ersten Trainingseinheit im Rahmen der Saisonvorbereitung die in diesem Sommer sechswöchige Urlaubszeit beendet. Erste Testspiele folgen in den Tagen darauf in der Region beim SV Kenzingen und beim SV Weil. Auch beim Drittligisten 1. FC Heidenheim wird der SC in dieser Vorbereitungsphase zu Gast sein.

Aufgrund der sehr langen Vorbereitung ist der Mannschaft anschließend noch einmal eine trainingsfreie Woche vergönnt. Vor der Abreise ins Trainingslager absolviert der Sport-Club, einmal zu Hause in der Freiburger Fußballschule, einmal im Villinger Stadion Friedengrund, attraktive Freundschaftsspiele gegen den französischen Erstligisten FC Sochaux und den Bundesliga-Konkurrenten Werder Bremen.

Das Sommertrainingslager findet wie im vergangenen Jahr in Schruns/Österreich statt. Eine Woche lang wird die Mannschaft von Robin Dutt dort intensiv an den Grundlagen für die neue Spielzeit arbeiten. Im Rahmen des Trainingslagers sind zwei weitere Testspiele geplant. Nach der Rückkehr aus Österreich heißt der nächste Freiburger Testspielgegner in Offenburg FSV Frankfurt.

Am Wochenende 7./8. August startet der SC Freiburg beim diesjährigen Kaiserstuhl-Cup des Bahlinger SC. Die weiteren Teilnehmer stehen derzeit noch nicht fest. Am Wochenende darauf folgt die erste Pflichtspiel-Aufgabe, wenn die 1. DFB-Pokalrunde im Wettbewerb 2010/11 ausgetragen wird. Der Anstoß zur neuen Bundesliga-Saison erfolgt am Freitag, den 20. August, mit dem Saisoneröffnungsspiel unter Beteiligung des Deutschen Meisters FC Bayern München.

Mourinho will die Krone nicht

Samstag, 22. Mai 2010 von admin

Wie hätte es auch anders sein können. Der Auftritt von Inter Mailands Trainer Jose Mourinho bei der abschließenden Pressekonferenz vor dem Champions-League-Finale gegen den FC Bayern (Sa., ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) war wieder einmal etwas Besonderes.

Doch dieses Mal konnte “The special one”, wie sich Mourinho gerne nennt, gar nicht so viel dafür.

Spekulationen um seinen Abschied

Ein Journalist der russischen Sportzeitung Sowjetski Sport schenkte “Mou” eine Krone. Er wolle ihn zum König von Real Madrid krönen, sagte der Reporter.

Mourinho, der in Verhandlungen über einen Wechsel zum spanischen Rekordmeister stehen soll, machte entspannte Miene zum eigenartigen Spiel, zog seine Trainingsjacke aus und tauschte sie gegen das Geschenk ein. Kopfschüttelnd schob er das Präsent dann aber schnell zur Seite.

Herzrasen vor dem Spiel

Ansonsten verhielt sich der Portugiese aber nicht sonderlich auffällig, sondern spielte ähnlich wie Bayern-Coach Louis van Gaal eine gewissen Gelassenheit vor. Das wird sich aber natürlich im Laufe des Samstags ändern. “Noch spüre ich keinen Druck. Das kommt erst noch. Da kenne ich mich genau. Erst beschleunigt sich meine Herzfrequenz, dann steigt meine Körperwärme. Aber wenn ich aus dem Mannschaftsbus aussteige, dann ist alles wieder normal. Dann bin ich in meiner Welt”, erklärte Mourinho.

Dabei wäre es egal, ob es das erste oder das fünfte Champions-League-Endspiel ist, solche Spiele seien von der Bedeutung und der Atmosphäre einzigartig. “Die meisten Inter-Fans waren noch nicht geboren, als Inter das letzte Mal im Finale des Landesmeister-Pokals stand. Für uns ist das eine Riesenchance. Es wäre ein besonderes Geschenk für einen ganz besonderen Club”, sagte Mourinho. Worte, die bei den Nerazzurri runter gehen wie Öl.

Kleiner Konter gegen van Gaal

Wie er den Mailändern zum großen Coup verhelfen will, das ließ er offen und maß der Frage nach der möglichen taktischen Ausrichtung seines Teams kaum Bedeutung bei, schließlich sei es egal, ob offensiv gespielt werde, “hauptsache die Inter-Fans können am Ende feiern”.

Den Äußerungen seines Gegenübers van Gaal zu seinem System musste er dann aber doch noch ein paar scharfe Worte entgegen werfen. “Es scheint mir so, als habe van Gaal nur das Spiel Barcelona gegen Inter gesehen, aber nicht die Partie in Mailand oder unser Spiel gegen ZSKA Moskau.”

Er gratulierte den Bayern dafür aber im Vorfeld zu einer “großartigen Saison. Sie haben die Meisterschaft und den Pokal geholt, genau wie wir. Jetzt werden wir sehen, wer den Titel gewinnt.”

Aus Madrid berichtet Michael Reis

FC Valencia als Höhepunkt

Samstag, 22. Mai 2010 von admin

Der Sommerfahrplan von Hannover 96 nimmt langsam konkrete Formen an. Auch in diesem Jahr spielen die “Roten” in ihrer Vorbereitung gegen einen Spitzenclub.

Am 28. Juni fällt mit dem Trainingsbeginn der Startschuss für die neue Saison. Die Vorbereitung umfasst wie jedes Jahr auch wieder Trainingslager außerhalb von Hannover und diverse Test- und Freundschaftsspiele.

Sowohl Anfang als auch Ende Juli fahren Mannschaft, Trainer- und Betreuerteam ins Trainingslager. Es geht voraussichtlich zuerst nach Göttingen, später reist das Team um Chefcoach Mirko Slomka nach Österreich (Bad Radkersburg).

Partie gegen FC Valencia

Am 10. Juli spielen die “Roten” gegen den FC Grone, am 14. Juli geht es – traditionell – nach Ramlingen/Ehlershausen. Zwei Tage später spielt Hannover in Ottersberg, bevor am 22. Juli eine Partie in Immensen ansteht.

Für das traditionell “große” Freundschaftsspiel konnte man in diesem Jahr den spanischen Spitzenklub FC Valencia gewinnen – die Begegnung findet höchstwahrscheinlich am 31. Juli statt.

 

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